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Pflichten nach dem Cyber Resilience Act für Hersteller außerhalb der EU

Kurze Antwort: Hersteller außerhalb der EU, die Produkte mit digitalen Elementen in der EU verkaufen, müssen den Cyber Resilience Act (CRA) einhalten. Dazu gehört die Benennung eines autorisierten EU-Vertreters (Artikel 18), die Erfüllung von Cybersicherheits- und Dokumentationsanforderungen sowie die Meldung ausgenutzter Schwachstellen innerhalb von 24 Stunden. Bußgelder bei Nicht-Einhaltung können bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 % des weltweiten Jahresumsatzes betragen. Unten finden Sie Anbieter-Vergleiche, Compliance-Schritte und praktische Szenarien.

Aktualisiert · 9 Quellen geprüft

Anbieter im Vergleich

AnbieterSitzVeröffentlichter PreisLeistungsumfangAm besten geeignet für
REP27 — Europe Services, SETschechische Republik490 €/Jahr (nur CRA), 690 €/Jahr (CRA + DSGVO), 990 €/Jahr (CRA + DSGVO + NIS2)Schriftliches Mandat nach Artikel 18, Weiterleitung von Anfragen, verifizierbares Zertifikat, keine Rechtsberatung oder technische PrüfungHersteller, die nur Mandat nach Artikel 18 und Melde-Desk benötigen
kadanoQuelleÖsterreich999 €/Jahr (Standard | Wichtig, Klasse I)Auf AnfrageHersteller, die Art. 18 Vertretung in Österreich suchen
EuverifyQuelleIrland590 GBP/Jahr (CRA-Vertretung)Auf AnfrageHersteller, die irische Vertretung bevorzugen
EmberKatQuellenicht angegebenAb 18.000 € (einmalig)Anwendbarkeitsprüfung, Überprüfung sichere Entwicklung, SBOM, DokumentationslückenanalyseUmfassende CRA-Beratung und technische Compliance
ReglyzeQuellenicht angegeben199 € (einmalig, Einzelprodukt); ab 990 €/Jahr (Produktlinie)Technische Dokumentation, Entwurf EU-Konformitätserklärung, SBOM-EinspielungErstellung von Dokumentation und technischer Akte
Mericad LLCQuelleKaimaninseln240.000 USD (einmalig)Produkt-Sicherheitsprogramm, Schwachstellenmanagement, rechtliche Compliance-DatenGroßvolumige, risikoreiche Produktportfolios
Optimum WebQuellenicht angegeben539 € (einmalige Bewertung); 729 €/Monat (Compliance-Service)Bereitschaftsbewertung, laufende Compliance-Entwicklung, DokumentationsaktualisierungenLaufende Compliance- und technische Unterstützung

Preise wie am 18 Oktober 2026 auf der Website des jeweiligen Anbieters veröffentlicht, zzgl. MwSt., sofern nicht anders angegeben. Jede Zeile verweist auf ihre Quelle.

Was das Gesetz verlangt (mit Artikelnummern)

Der Cyber Resilience Act (CRA) ist die neue EU-Verordnung für Produkte mit digitalen Elementen, einschließlich Hardware, Software und Komponenten. Er gilt für jeden Hersteller – unabhängig vom Standort – wenn seine Produkte auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden. Das Gesetz trat am 10. Dezember 2024 in Kraft. Meldepflichten beginnen am 11. September 2026; die vollständige Einhaltung (einschließlich CE-Kennzeichnung und Konformitätsbewertung) ist ab dem 11. Dezember 2027 erforderlich.

Importeure und Händler gelten als Hersteller, wenn sie Produkte unter eigenem Namen in Verkehr bringen oder wesentlich verändern. Andernfalls bleibt der ursprüngliche Hersteller für CRA-Compliance und Meldungen verantwortlich.

Wie man einen CRA-Vertreter oder Compliance-Anbieter auswählt

Die Wahl des richtigen Art. 18 Vertreters oder Compliance-Anbieters ist für Hersteller außerhalb der EU entscheidend. Der Markt variiert stark bei Preisen, Transparenz und Leistungsumfang. Folgendes ist zu beachten:

Entscheidungsmatrix:

Wenn Sie sind...Benötigen Sie...Benötigen Sie nicht...
Hersteller außerhalb der EU ohne EU-NiederlassungArt. 18 VertreterWenn kein Verkauf in der EU
Hersteller mit Sitz in der EUKeinen Art. 18 VertreterArt. 18 Vertreter
Amazon/Etsy/eBay-Verkäufer (außerhalb EU)Art. 18 Vertreter, wenn unter eigenem Namen verkauftWenn nur EU-Importeur/Händler genutzt wird
Open-Source-Verantwortlicher, nicht-kommerziellReduziertes RegimeBußgelder für verspätete Meldung

Fordern Sie immer ein schriftliches Mandat und Zertifikat an, bevor Sie Produkte auf dem EU-Markt platzieren.

Was der Preis wirklich umfasst: Anbieter-Vergleich

Preise und Leistungsumfang variieren stark. Art. 18 Mandate sind meist die geringsten externen Kosten bei CRA-Compliance, viele Anbieter veröffentlichen jedoch keine vollständigen Details. Nachfolgend ein Vergleich, was enthalten, nicht enthalten oder ggf. extra kostet (Stand Oktober 2026):

AnbieterInklusiveNicht inklusiveZusatzkosten
REP27Art. 18 Mandat, Weiterleitung von Anfragen, verifizierbares Zertifikat, öffentliche Prüfung, Datenschutzhinweise in 8 SprachenRechtsberatung, technische Prüfung, SBOM-Erstellung, DSB-Dienste, Compliance-BewertungenKeine angegeben
kadanoAuf AnfrageAuf AnfrageAuf Anfrage
EuverifyAuf AnfrageAuf AnfrageAuf Anfrage
EmberKatAnwendbarkeitsprüfung, Überprüfung sichere Entwicklung, SBOM, DokumentationslückenanalyseLaufende Vertretung, Weiterleitung von AnfragenAuf Anfrage
ReglyzeTechnische Dokumentation, Entwurf EU-Konformitätserklärung, SBOM-EinspielungVertretung, Weiterleitung von AnfragenAuf Anfrage
Mericad LLCProdukt-Sicherheitsprogramm, Schwachstellenmanagement, rechtliche Compliance-DatenVertretung, Weiterleitung von AnfragenAuf Anfrage
Optimum WebBewertung, laufende Compliance-Entwicklung, DokumentationsaktualisierungenVertretung, Weiterleitung von AnfragenAuf Anfrage

Für die meisten Hersteller ist das Art. 18 Mandat ein einseitiges Dokument plus Weiterleitungspflicht. Konformitätsbewertung, technische Prüfung und SBOM-Erstellung sind separate Kosten und nicht in den Basisvertretergebühren enthalten.

Versteckte Kosten und Ausschlüsse

Das Art. 18 Mandat ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, macht aber nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten für CRA-Compliance aus. Die teuersten Elemente – Konformitätsbewertung, Gebühren benannter Stellen, technische Dokumentation und Supportzeitraum – sind meist nicht in Vertretungspaketen enthalten. Darauf sollten Sie achten:

REP27 ist transparent, was nicht enthalten ist: Rechtsberatung, technische Prüfung und SBOM-Erstellung sind außerhalb des Mandats. Klären Sie Ausschlüsse und versteckte Kosten immer mit jedem Anbieter.

So funktioniert die Benennung: Schritt für Schritt

Die Benennung eines Art. 18 Vertreters und die CRA-Compliance umfassen mehrere konkrete Schritte. Hier ein praxisorientierter Ablauf für Hersteller außerhalb der EU:

  1. Prüfen Sie, ob Ihre Produkte betroffen sind: Identifizieren Sie alle Produkte mit digitalen Elementen (Hardware, Software, Komponenten oder entfernte Datenverarbeitungslösungen), die in der EU in Verkehr gebracht werden.
  2. Produktklassifizierung: Nutzen Sie die CRA-Definitionen, um zu bestimmen, ob Ihre Produkte Standard, wichtig Klasse I/II oder kritisch sind. Dies beeinflusst das Konformitätsbewertungsverfahren.
  3. Vertreter auswählen: Wählen Sie einen Art. 18 Vertreter mit verifizierbarer EU-Rechtspersönlichkeit. Bestätigen Sie Umfang, Preise und Verlängerungsbedingungen schriftlich.
  4. Mandat unterzeichnen: Schließen Sie ein schriftliches Mandat (Art. 18(3)) mit dem Anbieter ab. Erhalten Sie Zertifikat und öffentliche Prüfmethode.
  5. Dokumentation vorbereiten: Stellen Sie technische Dokumentation (Anhang VII), SBOM, EU-Konformitätserklärung und Anwenderanleitungen in erforderlichen Sprachen zusammen.
  6. 24-Stunden-Meldekanal einrichten: Sorgen Sie für einen besetzten Eingangskanal für Schwachstellen und Vorfälle. Erstellen Sie Vorlagen für Frühwarnungen und Meldungen vorab.
  7. Registrierung bei ENISA: Registrieren Sie mindestens zwei Melder auf der ENISA-Meldeplattform, idealerweise in unterschiedlichen Zeitzonen.
  8. Budget für laufende Compliance: Planen Sie Supportzeitraumkosten (mindestens fünf Jahre Updates), Konformitätsbewertung (falls erforderlich) und Dokumentationspflege ein.
  9. Regelmäßige Überprüfung: Legen Sie regelmäßige Termine für Compliance-Reviews, Dokumentations- und Meldeprozess-Updates fest.

Mit dieser Checkliste sind Sie sowohl rechtlich als auch praktisch auf die CRA-Compliance vorbereitet.

Risiken und Bußgelder bei Nicht-Einhaltung

Der CRA sieht erhebliche Sanktionen bei Verstößen vor. Verstöße gegen wesentliche Cybersicherheitsanforderungen oder Herstellerpflichten können Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 % des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen, je nachdem, welcher Wert höher ist. Diese Strafen gelten für EU- und Nicht-EU-Hersteller, die Produkte auf dem EU-Markt platzieren.

Effektive Compliance dient nicht nur dem Bußgeldschutz, sondern auch der Sicherstellung eines ununterbrochenen Marktzugangs und der Wahrung von Vertrauen bei Kunden und Partnern.

Was Anbieter meist nicht sagen

Viele Anbieter konzentrieren sich auf die gesetzliche Notwendigkeit des Art. 18 Mandats, verschweigen aber oft das Gesamtbild. Hier die häufigen Auslassungen:

Transparenz über Nicht-Leistungen ist genauso wichtig wie über Leistungen. Fordern Sie vor Vertragsabschluss eine vollständige Liste der Ausschlüsse und klären Sie die Rolle des Anbieters.

Realistische Szenarien: Welcher Weg gilt?

In allen Szenarien ist entscheidend, die Vertriebskanäle zu analysieren, zu bestimmen, wer das Produkt in Verkehr bringt, und gegebenenfalls einen Vertreter zu benennen. So vermeiden Sie Beschaffungsverzögerungen, stellen Compliance sicher und umgehen Bußgelder.

Checkliste: So werden Sie heute compliant

  1. Analysieren Sie Ihre EU-Vertriebskanäle und identifizieren Sie alle Produkte mit digitalen Elementen.
  2. Klassifizieren Sie jedes Produkt (Standard, wichtig I/II, kritisch) gemäß CRA-Definitionen.
  3. Ermitteln Sie, ob Sie einen Art. 18 Vertreter benötigen (für Hersteller außerhalb der EU Pflicht).
  4. Fordern Sie ein schriftliches Mandat und Zertifikat von Ihrem gewählten Anbieter an (z.B. REP27, kadano, Euverify).
  5. Bereiten Sie technische Dokumentation vor: Anhang VII Akte, SBOM, EU-Konformitätserklärung, Anwenderanleitungen in EU-Sprachen.
  6. Richten Sie einen besetzten 24-Stunden-Meldekanal für Schwachstellen ein. Erstellen Sie Vorlagen für Frühwarnungen und Meldungen.
  7. Registrieren Sie mindestens zwei Melder auf der ENISA-Meldeplattform (wenn möglich in unterschiedlichen Zeitzonen).
  8. Planen Sie Budget für benannte Stellen oder Zertifizierungsschemata, falls Ihr Produkt wichtig Klasse II oder kritisch ist.
  9. Erklären und planen Sie einen Supportzeitraum von mindestens fünf Jahren für Sicherheitsupdates und Schwachstellenmanagement.
  10. Planen Sie regelmäßige Compliance-Überprüfungen und Dokumentationsaktualisierungen.

Mit diesen Schritten sind Sie bereit für die CRA-Durchsetzung ab 2026/2027 und vermeiden kostspielige Compliance-Lücken.

Wann Sie das nicht brauchen

Häufige Fragen

Wer muss nach dem CRA einen Art. 18 Vertreter benennen?

Jeder Hersteller (einschließlich App-Entwickler) mit Sitz außerhalb der EU, der Produkte mit digitalen Elementen auf dem EU-Markt in Verkehr bringt, muss einen autorisierten Vertreter in der EU benennen, sofern er keine Niederlassung in der EU hat. Importeuren/Händlern obliegt die Benennung nur, wenn sie als Hersteller agieren.

Welche Hauptmeldefristen gelten nach dem CRA?

Für aktiv ausgenutzte Schwachstellen oder schwere Vorfälle muss eine Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden erfolgen, eine vollständige Meldung innerhalb von 72 Stunden und ein Abschlussbericht innerhalb von 14 Tagen nach Abhilfe oder Meldung. Die Fristen sind strikt und in Kalenderstunden zu beachten.

Welche Strafe droht bei Nicht-Einhaltung des CRA?

Bußgelder können bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 % des weltweiten Jahresumsatzes betragen, je nachdem, welcher Wert höher ist. Mikro- und Kleinunternehmen sowie Open-Source-Verantwortliche sind von Bußgeldern für verspätete Meldungen ausgenommen, nicht jedoch von der Meldepflicht.

Bietet der Art. 18 Vertreter Rechtsberatung oder technische Compliance?

Nein. Die Rolle des Art. 18 Vertreters beschränkt sich auf das Mandat, die Weiterleitung von Anfragen und die Kontaktstelle. Rechtsberatung, technische Prüfung und SBOM-Erstellung sind nicht enthalten, sofern nicht ausdrücklich genannt.

Ab wann gelten die CRA-Pflichten?

Die Meldepflichten gelten ab dem 11. September 2026. Die vollständige Anwendung aller Bestimmungen, einschließlich Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung, beginnt am 11. Dezember 2027.

Welche Produkte fallen unter den CRA?

Produkte mit digitalen Elementen, einschließlich Hardware, Software, Komponenten und entfernten Datenverarbeitungslösungen, die integraler Bestandteil des Produkts sind. Dies umfasst die meisten vernetzten Geräte, Apps und Firmware, die an EU-Kunden geliefert werden.

Wie erkenne ich, ob mein Produkt 'wichtig' oder 'kritisch' ist?

Die Klassifizierung richtet sich nach Funktion und Risiko des Produkts. Wichtige Klasse I können harmonisierte Normen nutzen; wichtige Klasse II und kritische Produkte benötigen Drittbewertung oder benannte Stellen. Prüfen Sie stets die CRA-Definitionen und lassen Sie ggf. eine technische Bewertung durchführen.

Welche Dokumentation ist für CRA-Compliance erforderlich?

Hersteller müssen technische Dokumentation (Anhang VII), eine EU-Konformitätserklärung, SBOM, Anwenderanleitungen in EU-Sprachen erstellen und Schwachstellenmanagement während des Supportzeitraums sicherstellen.

Kann ich CRA-Vertretung mit DSGVO oder GPSR kombinieren?

Ja. Einige Anbieter, z.B. REP27, bieten gebündelte Services für CRA, DSGVO Art. 27 und GPSR Art. 16 Vertretung oft zu reduzierten Preisen an. Klären Sie Umfang und Verlängerungsbedingungen schriftlich.

Was passiert, wenn ich keinen Vertreter benenne?

Ohne Art. 18 Vertreter drohen Verzögerungen bei Beschaffung, Marktüberwachungsmaßnahmen und die Unfähigkeit, die 24-Stunden-Meldepflicht zu erfüllen. Dies kann zu hohen Bußgeldern und Produktrücknahmen führen.

Brauche ich einen Vertreter, wenn ich nur über EU-Händler verkaufe?

Bringt der Händler das Produkt unter eigenem Namen oder wesentlich verändert in Verkehr, wird er zum Hersteller und übernimmt die CRA-Pflichten. Andernfalls bleibt der ursprüngliche Hersteller verantwortlich.

Ist der Supportzeitraum für Sicherheitsupdates festgelegt?

Ja. Der Supportzeitraum muss mindestens fünf Jahre betragen und effektiv Schwachstellenmanagement umfassen. Dies ist eine wesentliche operative Verpflichtung nach dem CRA.

Quellen

  1. Cyber Resilience Act summary (European Commission) — digital-strategy.ec.europa.eu
  2. REP27 — CRA Authorised Representative Cost — gdprrepresentative.com
  3. kadano CRA Representation — kadano.io
  4. Euverify CRA Representation — euverify.com
  5. EmberKat CRA Consulting — emberkat.com
  6. Reglyze CRA Documentation — data.reglyze.com
  7. Mericad LLC CRA Product Security Program — mericad.com
  8. Optimum Web CRA Compliance — optimum-web.com
  9. Support Solutions for CRA (ENISA) — assets.ctfassets.net

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